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Zwischen „Gefällt mir“- und Game-Over: Medienprävention am LSG

Vortrag Poelmann schilf webWie viel Bildschirmzeit ist gesund? Warum macht das Smartphone so schnell süchtig? Und welche Rolle spielt dabei unser Gehirn? Am diesjährigen Zukunftstag setzte sich das Kollegium des LSG im Rahmen einer schulinternen Lehrerfortbildung (Schilf) intensiv mit diesen Fragen auseinander. Als Experten konnten wir Oliver Poelmann gewinnen, einen erfahrenen Suchtberater und Referenten für digitale Gesundheit.

Authentizität durch eigene Erfahrung

Was den Vortrag besonders eindringlich machte: Oliver Poelmann sprach nicht nur als Fachmann, sondern auch als Betroffener. Er berichtete offen von seiner jahrelangen eigenen Gaming-Sucht. Diese persönlichen Erfahrungen, kombiniert mit seiner späteren Ausbildung zum Suchtberater, verliehen seinen Ausführungen eine besondere Glaubwürdigkeit und zeigten auf, wie schmal der Grat zwischen Hobby und Abhängigkeit sein kann.

Der „digitale Kick“ im Gehirn

Im Zentrum stand die neurobiologische Wirkung von Medien: Poelmann verdeutlichte, dass Gaming und Social Media das Belohnungssystem im Gehirn ähnlich massiv aktivieren wie chemische Drogen. Durch die Ausschüttung von Dopamin entsteht ein „digitaler Kick“, dem Kinder und Jugendliche biologisch nur schwer widerstehen können, da ihre Impulskontrolle (der präfrontale Cortex) noch in der Entwicklung steckt.

Leitplanken für den Alltag

Für die pädagogische Praxis lieferte die Fortbildung klare Orientierungswerte für Bildschirmzeiten, die von „bildschirmfrei“ (bis 3 Jahre) bis hin zu maximal zwei Stunden (ab 12 Jahren) reichen.

Impulse für die Schule

Die Fortbildung mündete in einer regen Diskussion innerhalb des Kollegiums über den praktischen Umgang mit Smartphones im Schulalltag. Schulleiter Klaus Finsterhölzl dankte Oliver Poelmann für die wertvollen Impulse und die fachliche Tiefe des Vortrags. „Die gewonnenen Erkenntnisse dieses Vortrags sind für unsere tägliche Arbeit essenziell“, betonte Finsterhölzl.

Die Ergebnisse des Tages werden in die Weiterentwicklung der schulinternen Präventionskonzepte und die pädagogische Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern einfließen, um sie auf dem Weg zu einer gesunden und reflektierten Mediennutzung noch besser zu begleiten.